Energiepass im Zweckbau

Energiepass im Zweckbau

Definition Zweckbauten oder Nichtwohngebäude:
Ein Gebäude heißt Nichtwohngebäude, wenn weniger als 90% der Energiebezugsfläche zu Wohnzwecken bestimmt ist. Zweckbauten sind Gebäude, die eine funktionale Aufgabe oder Nutzen haben. So sind Nutzgebäude und Gewerbegebäude teil des Zweckbaus.
  • Folgende Gebäude werden als Zweckbau, Gewerbebau oder Nutzbau verstanden;:

Einkaufszentrum und Einkaufsladen, Einzelhandel, Bürogebäude, Restaurant und Gaststätte, Bank und Sparkasse, Bildungsbau, Kindergarten, Schule, Lehr- und Forschungsanstalten, Turnhalle, Polizei- und Feuerwehrgebäude, Bahnhof und Flughafen-Gebäude bzw. Terminal, Parkhaus, Tiefgarage, Hotel auch Wellness-Hotel, Industriebau, Produktionsgebäude, Sanatorien, Senioren- und Pflegeheime, Krankenhaus, Arztpraxis, Kinder- und Wohnheim, Leichenhalle, Öffentliche Verwaltungsgebäude, Rathaus, Schwimmhalle, Schwimmbad, Veranstaltungsbau, usw.


Die großherzogliche Verordnung vom 31. August 2010 über die Energieeffizienz von Nichtwohngebäuden regelt die Berechnungsmethoden, die Mindestanforderungen und die energetische Zertifizierung (Energiepass) von Nichtwohngebäuden.

Einige Gebäude sind von der Verordnung ausgenommen, u.a. landwirtschaftliche Gebäude mit einer schwachen Energienachfrage (Heizen < 12°C und keine Klimatisierung), Gebäude mit einer großen und permanenten Öffnung nach außen, provisorisch errichtete Gebäude (Nutzung < 2 Jahre), Kultstätten und religiöse Einrichtungen und unabhängige Nichtwohngebäude mit einer Energiebezugsfläche von weniger als 50 m2.


Ab dem 1. Januar 2011 muss bei jedem Bauantrag eines Neubaus, einer Erweiterung und einer Modifikation, eine Energieeffizienzberechnung, als Beweis der Erfüllung der Anforderungen und ein Energiepass beigelegt werden.

In ganz bestimmten Fällen können Ausnahmeregelungen bezüglich der Anforderungen erlangt werden. Voraussetzungen sind ein begründeter Antrag und eine vollständige Dokumentation (denkmalgeschützte Gebäude, von öffentlichem Interesse etc.).

Im Fall von neu zu errichtenden Nichtwohngebäuden wird der Energiepass aufgrund eines errechneten Energiebedarfs ausgestellt (dieser Energiepass heisst auch Bedarfspass).

Für alle anderen Nichtwohngebäude wird der Energiepass aufgrund von gemessenen Verbrauchswerten erstellt (dieser Energiepass heisst auch Verbrauchspass). Im Fall von Erweiterungen und Modifikationen ist der Energiepass Pflicht ab dem 1. Januar 2011.

Ab dem 1. Juni 2011 ist der Energiepass auch Pflicht im Falle einer substanziellen Transformationen und einem Eigentümer- oder Mieterwechsel.


Es bestehen also zwei unterschiedliche Verfahren zur Berechnung von Nichtwohngebäude-Energiepässen. Die Energieausweise von Nichtwohngebäuden werden immer für das gesamte Gebäude erstellt.

Für gemischt genutzte Gebäude (Wohnzwecke und Nichtwohnzwecke) wo weniger als 90% der Energiebezugsfläche zu Wohnzwecken bestimmt sind muss ein zusätzlicher Energiepass (Wohnbau Verordnung) für die zu Wohnzwecken genutzte Flächen erstellt werden. Es handelt sich hierbei besonders um Mehrfamilienhäuser, Residenzen und Wohnungsgebäude die bisher nicht zum Wohnbau gezählt wurden.

Die Zertifizierung der Energieeffizienz von Zweckbauten berücksichtigt die komplette Gebäudetechnik wie Beleuchtung, Lüftung, Heizung, Klima, Luftbe- und entfeuchter und setzt daher umfangreichere Analysen voraus.